Folgen Sie uns auf:
TECHNISCHER HINWEIS
01


Technische Merkmale zu den Angeboten von Rasch-Diascan

Automatisierte Digitalisierung

 

Unsere Philosophie

Unser Ziel lautet „Dias retten – Daten sichern“. Wir möchten Dias vor der Vergänglichkeit durch Alterung oder andere Risiken bewahren. Zunächst einmal nutzen wir dafür die mit Serien-Scannern heute technisch machbare Präzision. Doch das alleine reicht nicht. Die Scan-Daten müssen auch möglichst verlustfrei gespeichert werden. Von Anfang an haben wir RAW-Daten "Digitale Negative"als RGBI-Dateien im TIFF-Format an unsere Kunden weitergegeben. Die RGBI-Daten (64 Bit) enthalten neben den RGB-Bilddaten die Scan-Rahmen sowie die Infrarot-Daten (I).

Nun haben wir mit dem neuen Kamera-Scanner ein mit weiteren Vorteilen verbundenes RGBI-Format eingeführt, welches die RAW-Daten komplett ersetzt. Während die RGBI-Dateien der Nikon-Scanner noch RAW-Daten enthalten, sind die Bilddaten beim Kamera-Scanner bereits mit der Farbkalibrierung in den Standard-Farbraum AdobeRGB umgewandelt worden. Für Experten ist eine Bearbeitung technisch machbar, ansonsten sind Nachbestellungen jederzeit bei Rasch-Diascan möglich.

Die Basis unserer Dienstleistung ist jedoch die eigens entwickelte Automatisierungs- und Handhabungstechnik, denn die macht es erst möglich, Scans zum besten Preis-Leistungsverhältnis an Sie weiterzugeben (siehe Menüpunkt Service - Häufige Fragen - Frage 1).

Automatisierungstechnik

Digitalisierung
Bild 2: Arbeitsschritt Digitalisierung

In der Elektrotechnik versteht man unter Digitalisierung nur den technischen Prozess einer Analog-Digital-Wandlung. Als rein physikalischer Vorgang ist dieser Bearbeitungsschritt nahezu vollständig automatisierbar und qualitativ optimierbar. Rasch-Diascan setzt dafür eigene Handhabungstechnik ein. Ein besonderes Merkmal dieses Konzeptes ist, dass die Dias nicht in einzelnen Magazinen, sondern in Stapeln verarbeitet werden. Zu diesem Zweck wurden die Scanner modifiziert sowie der Versand- und Archivierungskarton für Kleinbild-Dias eingeführt.

Die analogen Dias werden nach der Digitalisierung zunächst als digitale RAW-Daten gespeichert, um später über einen eigenständigen Workflow per Software weiterverarbeitet zu werden. Das erste geräteunabhängige Ergebnis sind die eingangs schon beschriebenen RGBI-Dateien.

Ein höherer Automationsgrad wirkt sich vorteilhaft auf die Qualität und den Preis aus. Für Sie bedeutet das:



Kamera-Scanner mit Infrarot-Reinigung

Der Kamera-Scanner basiert auf einer zur Multispektralkamera modifizierten Sony ILCE-7RM3 mit Vollformatsensor. Aus diesem Grund können die RAW-Daten mit dem normalen Profil der Kamera nicht genutzt werden. Als praxisgerechte Alternative zu den RAW-Daten erhalten Kunden RGBI-Dateien mit Infrarot-Kanal und Scan-Rand (TIFF-Format, 64 Bit). Die IT8-Farbkalibrierung ist schon im Standard-Farbraum AdobeRGB enthalten. Experten ermöglich das eine Bearbeitung in der eigenen Software. Hier die Merkmale des Kamera-Scanners in der Übersicht:


Abhängig von den Diarahmen liegt die Größe der fertig entwickelten Scans typischerweise bei etwa 5.800 x 3.800 Pixel. Bei der Detailschärfe liegt der Kamera-Scanner noch über dem Nikon-Scanner. Einen ersten Überblick zum neuen System mit Details und Hinweisen zu Änderungen finden Sie im Artikel vom 15.07.2020.

Workflow der RAW-Entwicklung des Kamera-Scanners

Die Grundlage der RAW-Entwicklung ist ein Workflow, bei dem der RAW-Konverter Capture One und Adobe Photoshop per Stapelverarbeitung zum Einsatz kommen. Auf diese Weise werden Standard-Formate von 2 verschiedenen Bildautomatiken angeboten werden, die sich in Art und Umfang der durch die Bildbearbeitung vorgenommenen Anpassungen voneinander unterscheiden. Hier die Details:

RAW-Entwicklung (1. Stufe)

Minimalautomatik

Die RAW-Entwicklung wird über eine Stapelverarbeitung durchgeführt und beschränkt sich auf die geringstmöglichen Anpassungen ohne Eingriff in die Farbbalance des Bildes. Dabei erfolgt die Umwandlung der RAW-Daten vom sensor-spezifischen Farbraum in einen geräteunabhängigen Standard-Farbraum. Unumgänglich bei der Basisentwicklung ist eine Gammakorrektur unter Einbeziehung eines ICC-Farbprofils. Für die Farbkalibrierung wird ein IT8-Target mit der Profilierungs-Software basICColor input eingesetzt. Das Ergebnis ist eine RGBI-Datei (TIFF-Format, 64 Bit) im Farbraum AdobeRGB, wobei das „I“ für den zusätzlichen Infrarotkanal steht. Das Konzept eines hohen Nachbearbeitungs-Potenzials mit geringstmöglichen Verlusten wurde weiter optimiert, indem trotz abgeschlossener Basisentwicklung die Scan-Ränder noch enthalten sind und auch noch keine Infrarot-Reinigung durchgeführt wurde. Insofern sind die RGBI-Dateien des Kamera-Scanners für Kunden von höherem Nutzen als die RGBI-RAW-Dateien von Nikon-Scanner und VueScan.

RAW-Entwicklung (2. Stufe)

Bildautomatiken

Die automatische Rahmenerkennung erfolgt im Workflow erst nach der Basisentwicklung. Dabei werden die schwarzen Scan-Ränder mit einem Beschnitt bzw. Verlust von 5% sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung entfernt. Beispiel: Von einer Bildbreite von 6.100 Pixel bleiben nach dem Randbeschnitt noch etwa 5.795 Pixel übrig. Die nutzbare Größe von Diarahmen variiert insbesondere bei unterschiedlichen Fabrikaten um etwa 5%. Aus diesem Grund können die Scan-Ergebnisse keine einheitliche Größe haben. Eine Schräglage des Dias im Diarahmen wird nicht korrigiert. Stärkere Schräglagen im Diarahmen oder runde Ecken von Papprahmen können dazu führen, dass die schwarzen Scan-Rahmen der Digitalen Negative über die automatisierte Verarbeitung nicht vollständig entfernt werden. Abhilfe schafft ein individueller Rahmenbeschnitt per Nachbestellung oder die eigene Bildbearbeitung auf Grundlage der RGBI-Dateien.

Die Staub- und Kratzerentfernung erfolgt auf der Grundlage der Infrarot-Scans. Für Kodachrome-Dias und andere infrarotlicht-absorbierende Filmfabrikate kommen zunächst noch Nikon-Scanner und VueScan zum Einsatz. Grundsätzlich kann der Kamera-Scanner auch jetzt schon für Kodachrome-Dias verwendet werden, wenn auf die automatisierte Infrarot-Reinigung verzichtet wird.

Die Neutralautomatik führt weitere Anpassungen bei Lichtern, Tiefen und Mitten in Adobe Photoshop durch. Von den Änderungen sind alle RGB-Farbkanäle mit gleichem Anteil betroffen. Das heißt, die Farbbalance bzw. der Farbton des Bildes bleibt erhalten. Ein Tonwertbeschnitt ("Clipping") wird durch Photoshop verhindert. Dieser per Stapelverarbeitung durchgeführte Workflow ist gut geeignet für alle Aufnahmesituationen, bei denen der besondere Charakter des Bildes durch einen Eingriff in die Farbbalance verloren gehen würde.

Die Farbautomatik führt weitere Anpassungen bei Lichtern, Tiefen und Mitten für die RGB-Farbkanäle getrennt durch. Damit erfolgt ein Eingriff in den Farbton des Bildes, wobei Photoshop auch hier einen Tonwertbeschnitt ("Clipping") verhindert. Dieser per Stapelverarbeitung durchgeführte Workflow eignet sich sehr gut für Standard-Aufnahmesituationen sowie Bilder mit Farbstich, wenn das Motiv über eine „normale Verteilung“ aller Farben verfügt. Überwiegt ein einzelner Farbton in einem Motiv (Sonnenuntergang, Sandwüste, etc.), so kann dies zu unnatürlichen und extremen Farben führen. In diesem Fall ist die Neutralautomatik die bessere Wahl.

Die Automatisierung der Bildbearbeitung stößt noch heute an ihre Grenzen. Keine Bildautomatik kann bei allen Aufnahmesituationen zuverlässige Ergebnisse erzielen. Aus diesem Grund erhalten Sie mit den Basispaketen STANDARD und PREMIUM immer die Standard-Bildformate entsprechend der Farb- und Neutralautomatik zugleich. Auf diese Weise erreichen wir trotz einer automatisierten Bildbearbeitung eine hohe Trefferquote mit bestmöglichen Ergebnissen. Anwender mit hohen Qualitätsansprüchen müssen oder können so im Bedarfsfall bei einem großen Teil der Bilder noch eine Feinabstimmung vornehmen. In diesem Punkt unterscheiden wir uns deutlich von der breiten Masse der Scan-Dienstleister.

Nikon-Scanner

Workflow Nikon-Scanner
Bild: Abweichender Workflow für Nikon-Scanner

Wir setzen neben dem Kamera-Scanner auch Filmscanner von Nikon für Kodachrome-Dias ein. Für Sie bedeutet das:


VueScan (RAW-Entwicklung für Nikon-Scanner)

Für die Digitalisierung setzen wir VueScan auf aktuellen Windows-Betriebssystemen ein. Unabhängig von der jeweils eingesetzten Software bedeutet das für Sie:

Hinweis: Bitte verwechseln Sie die Optimierung des Dynamikumfangs bei HDR-Scans keinesfalls mit der in der Fernsehtechnik eingesetzten HDR-Technologie, die Bilder mit verändertem und oft unnatürlich wirkendem Kontrast erzeugt.

IT8-Kalibrierung und ICC-Profile

Die IT8-Kalibrierung erfolgt bei Rasch-Diascan individuell für den jeweils eingesetzten Scanner mit einem Durchlicht-Target (IT8.7/1) nach ISO 12641. Das Ergebnis ist ein ICC-Profil (IT8), welches in der ersten Stufe unserer RAW-Entwicklung für alle Dias eingesetzt wird, die nach dem E6-Prozess entwickelt worden sind. Damit lassen sich die Farbtoleranzen des individuell eingesetzten Scanners korrigieren. Zusammen mit Digitalen Negativen erhalten unsere Kunden das gleiche ICC-Profil (IT8) für die eigene RAW-Entwicklung oder für den Fall einer späteren Nachbestellung.

Bei Kodachrome-Dias, die entsprechend einem speziellen K14-Prozess nur von Kodak selbst entwickelt wurden, kommt noch eine weitere Besonderheit hinzu. Im Vergleich zum menschlichen Auge haben Scanner eine geringere Empfindlichkeit für den gelben Farbanteil der Kodachrome-Filme. Die Folge ist, dass die RAW-Daten bei Kodachrome einen typischen Blaustich enthalten. Dieser Fehler kommt zu den Toleranzen des Scanners noch zusätzlich hinzu. Kodak hat die Herstellung von Kodachrome-Filmen bereits 2009 eingestellt. Aus diesem Grund sind für IT8-Targets auf Kodachrome-Film keine seriösen Angebote mehr zu vernünftigen Preisen am Markt verfügbar.

Workflow für die IT8-Kalibrierung
Bild 7: Workflow für IT8-Kalibrierung und ICC-Profile

Rasch-Diascan hat für Kodachrome-Dias ein eigenes ICC-Profil (K14) auf der Basis einer IT8-Kalibrierung entwickelt. Bei der durch den Kodachrome-Film verursachten Farbverschiebung handelt es sich nämlich um einen systematischen Fehler, der sich mit Methoden der Messtechnik und Bildbearbeitung korrigieren lässt. Die Toleranzen des Scanners können über das normale ICC-Profil (IT8) korrigiert werden. Ausgehend von diesem definierten bzw. kalibrierten Zustand erfolgt eine zusätzliche Korrektur für Kodachrome im Rahmen unserer RAW-Entwicklung. Kunden erhalten mit den Digitalen Negativen ein ICC-Profil (K14-Standard) für Kodachrome, das sowohl die IT8-Kalibrierung des individuell eingesetzten Scanners als auch eine einfache Standard-Korrektur für Kodachrome enthält. Anwender, die unbedingt eine eigene RAW-Entwicklung durchführen möchten und einen höheren Qualitätsanspruch haben, können ausgehend vom IT8-Profil ein eigenes Profil für Kodachrome bzw. eine zusätzliche Feinjustierung entwickeln. Bei der Minimalautomatik ist eine hochwertige Korrektur über das ausschließlich in unserem eigenen Workflow eingesetzte ICC-Profil (K14) bereits enthalten.

Ergänzender Hinweis zu Kodachrome: Das spezielle Farbprofil für Kodachrome-Dias kann nur dann eingesetzt werden, wenn diese zusammengefasst, gekennzeichnet und von den anderen Dias getrennt sind. Falls die einzelnen Kodachrome-Dias nicht von den anderen Dias getrennt werden können, so besteht die wirtschaftlichste Lösung darin, eine zusätzliche Bildbearbeitung mit Kodachrome-Farbprofil zu bestellen. Die betroffenen Scans können so später identifiziert und durch die korrekte Variante ersetzt werden.

Datensicherung

Nach einer Digitalisierung von Erinnerungswerten und fotografischen Sammlungen ist die wichtigste technische Voraussetzung für eine sichere und dauerhafte Erhaltung erfüllt. Wir machen trotzdem kein Geheimnis daraus, dass auch Datenträger altern und falsch eingesetzt mit Verlustrisiken verbunden sind. Die Vorteile der modernen Digitaltechnik überwiegen deutlich. Mögliche Restrisiken bleiben vernachlässigbar klein, wenn einfache Grundregeln der Datensicherheit beachtet werden. Für Sie bedeutet das:


Lieferung und Versand

Wenn unsere Annahmestellen oder der Abholservice aufgrund Ihres Wohnortes nicht infrage kommen, so bieten wir alternativ den Paketversand an. Mit einer Dateigröße von 160 MByte pro Digitalem Negativ werden die technischen Möglichkeiten der modernen Digitalisierungstechnik ausgeschöpft. Für Sie bedeutet das:


Stand: 08.08.2020