Kamera-Scanner

Stellungnahme des Inhabers zum gelöschten Unternehmensprofil bei Google

Rasch-Diascan · Freitag, 23. September 2022

Ein Mitarbeiter eines Beratungsunternehmens hat aus mangelnder Sachkenntnis heraus unser Unternehmensprofil bei Google gelöscht. Hier sind die Konsequenzen:


Aktuelle Situation des Unternehmens

Das nicht mehr vorhandene Unternehmensprofil in Google bedeutet keinesfalls, dass wir die Geschäftstätigkeit eingestellt haben oder eine Insolvenz bevorstehen würde. Im Gegenteil: Seit Mai 2022 haben sich unsere Verpflichtungen gegenüber dem Freistaat Bayern aus dem Bayerischen Programm für technologieorientierte Unternehmensgründungen (BayTOU) erledigt. Das Unternehmen ist weitgehend frei von finanziellen Verbindlichkeiten. Während der im Februar angemeldete Markenschutz für »IR-Clean« beim Deutschen Patent- und Markenamt immer noch nicht abschließend bearbeitet ist, haben wir das Verfahren inzwischen für die vollautomatisierte Verarbeitung aller Dia- und Negativ-Farbfilme weiterentwickelt. Zusammen mit einem zeitgemäßen Flächenscanner ergibt sich somit eine europaweit einzigartige Scan-Dienstleistung für fotografisches Filmmaterial.

Google als Risiko für Unternehmen

In der digitalen Wirtschaft sind Sicherungskopien normalerweise eine Selbstverständlichkeit. Nur so lassen sich versehentlich gelöschte Daten jederzeit wiederherstellen. Doch bei Google gelten andere Regeln: Einmal gelöschte Daten sind unwiederbringlich verloren, was sich auch langfristig auf die Sichtbarkeit in der Suchmaschine auswirken kann. Hier zeigt sich, mit welchen Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die marktbeherrschende Stellung US-amerikanischer Konzerne in Deutschland und der EU verbunden ist. Zum Vergleich: In China bewegt sich der Marktanteil von Google gerade einmal im unteren 1-stelligen Prozentbereich.

Um diese Situation richtig bewerten zu können, muss man sich bewusst machen, dass unabhängig vom Ranking in der Suchmaschine zusätzlich auch kostenpflichtige Werbung über „Google Ads“ üblich ist. Google rät selbst kleinen Unternehmen zu Ausgaben von mindestens 500,- Euro pro Monat. Langfristig hat das zur Folge, dass in den USA das Licht in deutschen und europäischen Firmen z.B. über eine Kontosperrung aufgrund angeblicher Richtlinienverstöße jederzeit ausgeschaltet werden kann. Derartige Fälle sind den Suchmaschinen-Optimierern (SEO) auch bekannt, während unsere Mainstream-Medien diesbezüglich eine Kultur des Wegschauens pflegen. Auch kartellrechtliche Klagen von staatlicher Seite aufgrund von Preisabsprachen – wie aktuell wieder in den USA – sind innerhalb der EU derzeit kein Thema.

Alles außer Rezensionen ist verloren

Es ist zwar zutreffend, dass das verschlechterte Google-Ranking für das laufende Geschäft einen untragbaren Zustand bedeutet. Doch grundsätzlich ist es möglich, ein Unternehmensprofil wieder neu anzulegen. Leider handelt es sich dabei zunächst nur um ein leeres Unternehmensprofil, das zudem auch noch durch ein Verifizierungsverfahren von Google bestätigt werden muss. Erst im weiteren Verfahren kann eine Wiederherstellung der Kundenrezensionen bei Google beantragt werden. Alte Beiträge wie beispielsweise die Meilensteine unserer technischen Entwicklung sind hingegen unwiederbringlich verloren.

Innovationen kommen um zu bleiben

Selbstverständlich können auch innovative Unternehmen in einem ungünstigen Umfeld in Schwierigkeiten gebracht werden. Insbesondere in der Startup-Phase ist es den meisten Gründern kaum möglich, Ansprüche entsprechend dem Gewährleistungs- oder Produkthaftungsrecht durchzusetzen. Läuft hier mit Drittanbietern oder Dienstleistern etwas schief, so zeigt sich schnell, dass eine prekäre Gründungssituation immer mit mangelnder Rechtssicherheit einhergeht. Besonders betroffen sind hier die Unternehmen, die aus der Einkommensunterschicht heraus nach dem Konzept des „Bootstrappings“ gegründet wurden.

Das ändert sich jedoch, sobald eine technologische Entwicklung einmal erfolgreich umgesetzt ist und sich dann auch als vorteilhaft erweist. Zwar sind Unternehmen immer mit dem Risiko des Scheiterns verbunden, doch vorteilhafte Innovationen verschwinden nicht mehr einfach so in der Schublade. Die werden nämlich gerne von wertschätzenden Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Ostasien übernommen und bleiben somit letztlich am Markt erhalten. Zudem bringen insbesondere die Chinesen der Erhaltung des kulturellen Erbes in Bildarchiven aus traditionellen Gründen ein großes Interesse entgegen. Unabhängig davon, ob das Deutsche Patent- und Markenamt die angemeldete Marke eintragen wird oder nicht, werde ich als Inhaber von Rasch-Diascan konsequent dafür sorgen, dass unser soft- und hardware-technisches Verfahren »IR-Clean« auch weiterhin am Markt verfügbar sein wird.

Helmut Rasch

 

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