Hochhaus

Vorankündigung zu IR-Clean 3.0

Rasch-Diascan · Mittwoch, 7. September 2022

Die bei Rasch-Diascan entwickelte und exklusiv eingesetzte Infrarot-Reinigung »IR-Clean« konnte auch bisher schon für alle Dia-Farbfilme inklusive Kodachrome vollautomatisiert eingesetzt werden. Voraussetzung dafür war eine Aufteilung nach Diafilmen mit und ohne infrarot-durchlässige Eigenschaften – entweder vor oder nach der Digitalisierung. Das wird nicht mehr notwendig sein. Zudem wird IR-Clean 3.0 seine Wirkung zukünftig auch bei FOTONEGATIVEN unter Beweis stellen. Hier geht es direkt zu den kostenlosen Scan-Beispielen...

Bisher zusätzlicher Aufwand für Aufteilung der Dias

Bei privaten Dia-Sammlungen hält sich der Aufwand für die Aufteilung noch in Grenzen, weil die verwendeten Diafilme meist bekannt sind. Zudem sind Hobbyfotografen typischerweise beim einmal eingesetzten Filmtyp geblieben. Ganz anders sieht das hingegen bei den Bildarchiven von öffentlichen Institutionen aus. Hier kommen die Dias oft von unterschiedlichen Fotografen und können insofern auch viele unbekannte Fabrikate enthalten. Auf den ersten Blick erscheint die bislang bei Rasch-Diascan erforderliche Vorsortierung im Vergleich zu anderen Angeboten als außergewöhnliche Komplikation. Doch dabei darf nicht übersehen werden, dass die besondere Behandlung von infrarot-absorbierenden Diafilmen auch bei anderen Scan-Dienstleistern durchaus ein Thema ist – oder zumindest sein sollte. So unterstützen einige Zeilenscanner zwar eine Infrarot-Reinigung, doch die Verarbeitung infrarot-absorbierender Filmen ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. Werden derartige Dias nämlich mit einer ungeeigneten Software verarbeitet, so führt das zu sogenannten Reinigungs-Artefakten (Bildfehlern), die das Ergebnis unbrauchbar machen. Bei einer digitalen Reinigung ohne Hardware-Unterstützung entfällt der Aufwand zwar, doch es sind auch keine vergleichbaren Ergebnisse erreichbar.

Ein halbes Jahrhundert unterschiedlicher Standards

In Diskussionsforen des Internets ist häufig die Aussage zu hören, es seien lediglich diejenigen Diafilme für Infrarotlicht durchlässig, die entsprechend dem in den 70er-Jahren von Kodak geschaffenen E6-Prozess (Ektachrome) entwickelt wurden . Erst ab Mitte der 80er habe sich der E6-Prozess als Standard in der Fotoindustrie etabliert, während auch weiterhin infrarot-absorbierende Diafilme wie Kodachrome angeboten wurden. Folglich würden alle älteren Diafilme mit Ausnahme von Kodak-Ektachrome infrarot-absorbierend wirken. Leider ist die vereinfachte Darstellung so nicht richtig. Bei einem Scan-Auftrag von der Marktgemeinde Murnau am Staffelsee zeigte sich, dass einzelne Diafilme der Marke „AGFACOLOR“ aus den 50er und 60er-Jahren ebenfalls infrarot-durchlässige Eigenschaften haben können. Tatsächlich sind die Diafilm-Fabrikate eines halben Jahrhunderts bzw. inzwischen 70 Jahre alte Dias ebenfalls von der Problematik betroffen.

Unsere technische Lösung

Bei Rasch-Diascan haben wir dies zum Anlass genommen, das ansonsten bereits automatisiert einsetzbare Verfahren »IR-Clean« weiter auszubauen. Der vollautomatisierte Verarbeitungsprozess für die hardware-gestützte Infrarot-Reinigung wird nun auch noch um eine Erkennung von infrarot-absorbierenden Diafilmen wie Kodachrome ergänzt. Das ist umso bemerkenswerter, weil einige Scan-Dienstleister ihre schlechteren Leistungsmerkmale damit rechtfertigen, eine Infrarot-Reinigung von infrarot-absorbierenden Diafilmen sei aus technischen Gründen grundsätzlich überhaupt nicht möglich.

Bewertung und Ausblick

Damit ist IR-Clean 3.0 eines der modernsten und innovativsten Verfahren im Bereich der Serien-Filmscanner. Software-seitig, weil alle Dia-Farbfilme ungeachtet der Infrarot-Eigenschaften vollautomatisiert verarbeitet werden können. Hardware-seitig, weil ein zeitgemäßer Bildsensor und ein hochwertiges Repro-Objektiv qualitätsentscheidende Merkmale sind. Mit der Markteinführung von IR-Clean 3.0 ist in den kommenden Wochen zu rechnen.

Der besondere Vorteil des aus Hard- und Software bestehenden Verfahrens »IR-Clean« ist die Standortunabhängigkeit. Die Anmeldung eines produktionstechnischen Verfahrens ließe sich noch mit einem entsprechenden Aufwand an Zeit und Geld umsetzen. Doch es wäre naiv zu glauben, man könne in der Praxis auch kontrollieren, welche Technik in den Hinterhöfen der Welt zum Einsatz kommt. Der Kamera-Scanner als hardware-technischer Teil (technisch: „Flächenscanner“) soll zukünftig am B2B-Markt verkauft oder lizenziert werden, während der software-technische Teil von »IR-Clean« lediglich die vom Scanner gelieferten RGBi-Dateien benötigt und somit an einem zentralen Ort verbleiben kann. Ein Verkauf am B2C-Markt ist nicht beabsichtigt, da sich der Materialwert des Scanners im 5-stelligen Bereich bewegt.

 

Datenschutz